Was ist ein Theme und darf ich es einfach wechseln?

Grafik der Ratgeber-Reihe mit einem aufgeschlagenen Buch und dem Logo von Ingenius Agency

Zusammengefasst: Ein Theme bestimmt, wie Ihre WordPress-Website aussieht: Aufbau der Seiten, Kopf- und Fußbereich, Schriften und Farben. Ihre Texte und Bilder gehören nicht dazu und bleiben bei einem Wechsel erhalten. Wechseln dürfen Sie jederzeit, technisch ist das ein Klick. Was danach fehlt oder verrutscht, hängt davon ab, wie eng Ihre Seiten mit dem alten Theme verbunden sind. Das sollten Sie vor dem Klick wissen.

Die Frage kommt meist auf, wenn eine Website ein paar Jahre alt ist und altbacken wirkt. Im Verwaltungsbereich bietet WordPress unter „Design“ eine lange Liste kostenloser Themes an. Ein neues Theme klingt da nach einer neuen Website ohne großen Aufwand. Manchmal klappt das. Manchmal steht eine halbe Stunde später eine Startseite voller Lücken im Netz, und das Menü ist weg.

Was ein Theme ist und was nicht

WordPress trennt Inhalt und Gestaltung. Das Theme ist die Gestaltung: Vorlagen für Seiten und Beiträge, Stile für Schriften und Farben, dazu Einstellungen für Logo, Kopfbereich und Fußzeile. Die Software darunter verändert es nicht.

Seiten, Beiträge, Bilder und Benutzer liegen dagegen in der Datenbank und in der Mediathek. Funktionen wie Kontaktformular oder Terminbuchung kommen in der Regel über Plugins dazu. Man kann sich das wie die Einrichtung eines Ladens vorstellen. Regale und Wandfarbe lassen sich austauschen, die Ware bleibt dieselbe. Nur passt nicht jede Ware sofort in jedes neue Regal.

Seitenbaukasten und Child-Theme

Viele Websites entstehen heute mit einem Seitenbaukasten, einem sogenannten Page-Builder wie Elementor. Dann steckt das Layout der einzelnen Seiten im Baukasten, und das Theme liefert vor allem den Rahmen. Für einen Wechsel ist das eine gute Ausgangslage, solange der Baukasten ein eigenständiges Plugin ist.

Anders sieht es aus, wenn der Baukasten fest zum Theme gehört. Dann verschwindet er mit dem Wechsel. Je nach Baukasten stehen danach statt der Gestaltung lange Reihen von Kurzbefehlen in eckigen Klammern auf den Seiten.

Ein Child-Theme ist ein Theme, das alles von einem anderen Theme übernimmt und nur Ihre Anpassungen enthält. So kann das Eltern-Theme Updates bekommen, ohne dass Ihre Änderungen verloren gehen.

Wo es nach dem Wechsel hakt

Die Inhalte bleiben. An diesen Stellen müssen Sie trotzdem mit Arbeit rechnen:

  • Layout: Seiten, die mit Funktionen des alten Themes gestaltet wurden, verlieren Spalten, Abstände und Farben. Übrig bleibt Text, der untereinander steht.
  • Shortcodes: Das sind Kurzbefehle in eckigen Klammern, etwa für Buttons oder Galerien. Stammen sie vom alten Theme, erscheinen sie nach dem Wechsel als Text auf der Seite.
  • Widgets: Jedes Theme legt eigene Bereiche für Seitenleiste und Fußzeile fest. Was im neuen Theme keinen Platz findet, landet bei den inaktiven Widgets und fehlt auf der Website.
  • Menüs: Die Menüs selbst bleiben gespeichert. Die Plätze, an denen sie erscheinen, bestimmt aber das Theme. Deshalb müssen Sie die Menüs nach dem Wechsel oft neu zuordnen.
  • Einstellungen: Logo, Farben und Schriften aus dem Customizer gelten nur für das Theme, in dem sie eingestellt wurden. Im neuen Theme fangen Sie damit von vorn an.
  • Eigene Inhaltsarten: Manche Themes bringen Bereiche für Referenzen, Team oder Leistungen mit. Nach dem Wechsel stecken diese Einträge noch in der Datenbank, sind auf der Website aber nicht mehr zu sehen.

Shortcodes und eigene Inhaltsarten verraten etwas über die Herkunft eines Themes. Themes aus dem offiziellen Verzeichnis von WordPress dürfen so etwas nicht mitbringen, dort gehört es in Plugins. Für gekaufte Themes aus Marktplätzen gilt diese Regel nicht. Bei ihnen kann deshalb mehr am Theme hängen, als man von außen sieht.

So bereiten Sie den Wechsel vor

  1. Eine vollständige Sicherung anlegen, mit Dateien und Datenbank. Klären Sie vorher, wer sie im Notfall zurückspielt und wie das geht.
  2. Festhalten, was am alten Theme hängt: Widgets, Menüplätze, Logo, Farben, Shortcodes. Bildschirmfotos von Startseite, Leistungsseiten und Kontaktseite helfen später beim Vergleich.
  3. Das neue Theme in der Live-Vorschau ansehen. WordPress zeigt unter „Design“ und „Themes“ für jedes installierte Theme eine Vorschau mit Ihren Inhalten, ohne es zu aktivieren.
  4. Den Wechsel zuerst auf einer Testkopie ausprobieren, wenn Ihr Hoster so etwas anbietet. Oft heißt das Staging.
  5. Einen ruhigen Zeitpunkt wählen. Ein Sonntagabend eignet sich besser als der Montagmorgen, an dem Kunden anrufen und nebenbei auf die Website schauen.
  6. Nach dem Wechsel jede wichtige Seite am Rechner und am Handy ansehen und das Kontaktformular einmal abschicken.

Wann aus dem Theme-Wechsel ein Relaunch wird

Klein bleibt der Wechsel, wenn Ihre Seiten in einem eigenständigen Baukasten gebaut sind und das neue Theme nur den Rahmen liefert. Dann geht es um Kopf, Fuß, Schriften und Farben. Das ist überschaubar.

Groß wird er, wenn das alte Theme die Gestaltung jeder Seite trägt. Dann bauen Sie praktisch alle Seiten neu auf. Und wer ohnehin jede Seite anfasst, sollte prüfen, ob Aufbau, Texte und Bilder noch zum Betrieb passen. Das ist dann ein Relaunch. Wir halten es für ehrlicher, ihn auch so zu nennen und mit Zielen und Zeitplan anzugehen.

Einen Grund gibt es, der Ihnen die Entscheidung abnimmt. Bekommt Ihr Theme seit Jahren keine Updates mehr, ist der Wechsel keine Geschmacksfrage. Ein ungepflegtes Theme ist ein Sicherheitsrisiko, egal wie gut es aussieht.

Bevor Sie auf „Aktivieren“ klicken

Öffnen Sie in WordPress die Übersicht unter „Design“ und „Themes“. Das aktive Theme steht dort an erster Stelle. Auf seiner Seite im Verzeichnis oder beim Anbieter steht, wann es das letzte Update gab. Öffnen Sie dann zwei, drei Seiten im Bearbeitungsmodus. Sehen Sie dort lange Reihen eckiger Klammern, ist Ihr Inhalt eng mit dem Theme verbunden.

Sieht das eher nach Relaunch aus, lohnt ein Blick auf unser Webdesign für kleine Betriebe. Sind Sie unsicher, schreiben Sie uns, dann sehen wir uns Ihre Installation gemeinsam an.

Was oft noch gefragt wird

Gehen beim Theme-Wechsel meine Texte und Bilder verloren?

Nein. Texte, Bilder und Seiten liegen in der Datenbank und in der Mediathek. Verloren gehen kann die Gestaltung, die am alten Theme hängt, etwa ein Layout mit mehreren Spalten.

Was ist der Unterschied zwischen Theme und Plugin?

Das Theme bestimmt das Aussehen, Plugins bringen Funktionen wie Formulare oder Terminbuchung. Was Sie auch nach einem Wechsel noch brauchen, gehört deshalb in ein Plugin.

Kann ich zum alten Theme zurück?

In der Regel ja, solange es noch installiert ist. Viele seiner Einstellungen bleiben gespeichert. Was Sie in der Zwischenzeit an das neue Theme angepasst haben, müssen Sie dann allerdings rückgängig machen.

Soll ich das alte Theme nach dem Wechsel löschen?

Ja, aber nicht sofort. Lassen Sie es liegen, bis die Website einige Wochen ohne Probleme läuft. Danach kann es weg, denn auch ungenutzte Themes müssen sonst weiter aktualisiert werden. Ein aktuelles Standard-Theme von WordPress darf als Reserve bleiben.

Bild von Redaktion Ingenius Agency
Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.