Was sind Plugins und warum sind zu viele ein Problem?

Grafik der Ratgeber-Reihe mit einem aufgeschlagenen Buch und dem Logo von Ingenius Agency

Unsere Antwort: Plugins sind Erweiterungen, die WordPress um Funktionen ergänzen, zum Beispiel ein Kontaktformular oder einen Cookie-Hinweis. Jedes Plugin bringt Code eines anderen Herstellers mit. Dieser Code muss gepflegt werden und sich mit allen anderen Plugins vertragen. Mit jedem weiteren Plugin wachsen die Zahl der Updates, das Risiko von Sicherheitslücken und die Gefahr von Konflikten. Zu viele sind es, sobald Plugins ohne klare Aufgabe laufen oder nicht mehr gepflegt werden.

Öffnet man bei einer älteren Betriebs-Website die Liste der Plugins, findet man oft ein Stück Firmengeschichte. Ein Slider, den es seit dem letzten Umbau nicht mehr gibt. Zwei Formular-Plugins, weil das erste einmal nicht funktioniert hat. Ein Plugin, dessen Zweck niemand mehr erklären kann. Gesammelt hat sie niemand mit Absicht, sie sind einfach liegen geblieben.

Was ein Plugin ist

Stellen Sie sich WordPress wie ein Smartphone vor und Plugins wie Apps. Das Grundsystem verwaltet Seiten, Beiträge und Bilder. Alles darüber hinaus kommt per Plugin dazu: Formulare, Suchmaschinen-Einstellungen, Sicherungen, Online-Buchung oder eine zweite Sprache.

Viele Plugins stammen aus dem offiziellen Verzeichnis auf wordpress.org und kosten nichts. Andere kaufen Sie beim Hersteller, oft als Jahresabo. Läuft das Abo aus, arbeitet das Plugin meist weiter, bekommt aber keine Updates mehr. Von außen sieht man ihm das nicht an.

Warum jedes Plugin Arbeit macht

Jedes Plugin hat seinen eigenen Takt. Ein Hersteller liefert jede Woche ein Update, ein anderer zweimal im Jahr. Bei einer langen Liste kommen so laufend Aktualisierungen zusammen, und jede kann etwas verändern, das Sie nicht bestellt haben.

Jedes Plugin ist außerdem eine mögliche Schwachstelle. In Code stecken Fehler, manche davon werden zu Sicherheitslücken. Ein gepflegtes Plugin bekommt dann schnell eine Korrektur. Bei einem verlassenen bleibt die Lücke offen, und automatisierte Angriffe suchen gezielt danach.

Dazu kommen Konflikte. Zwei Plugins, die an derselben Stelle eingreifen, vertragen sich nach einem Update plötzlich nicht mehr. Dann fehlt ein Knopf, das Formular sendet nicht, oder die Seite bleibt weiß. Je länger die Liste, desto länger dauert die Suche nach dem Verursacher. Und viele Plugins laden eigene Dateien, auch auf Seiten, auf denen sie gar nichts tun.

Verlassene Plugins erkennen

Gefährlicher als eine lange Liste ist ein Plugin, um das sich niemand mehr kümmert. Auf seiner Seite bei wordpress.org sehen Sie, wann es zuletzt aktualisiert und mit welcher WordPress-Version es getestet wurde. Fehlen Tests mit den letzten drei Hauptversionen von WordPress, blendet wordpress.org einen Warnhinweis ein. Das Plugin wird dann womöglich nicht mehr gepflegt.

Manche Plugins verschwinden ganz aus dem Verzeichnis. Die Betreiber von wordpress.org schließen sie zum Beispiel, wenn der Hersteller es wünscht oder eine Sicherheitslücke gefunden wurde. Auf Ihrer Website läuft so ein Plugin trotzdem weiter, nur Updates gibt es keine mehr.

Die Plugin-Inventur in fünf Schritten

  1. Liste öffnen. Im Verwaltungsbereich unter Plugins stehen alle installierten Erweiterungen, auch die deaktivierten.
  2. Zweck notieren. Wofür ist das Plugin da, und wo auf der Website sieht man das? Kann niemand die Frage beantworten, kommt es auf die Kandidatenliste.
  3. Zustand prüfen. Wann kam das letzte Update, und zeigt wordpress.org einen Warnhinweis? Bei gekauften Plugins: Läuft das Abo noch?
  4. Doppelte Aufgaben suchen. Zwei Plugins für Formulare, für den Cache oder für die Suchmaschinen-Einstellungen sind eines zu viel.
  5. Mit Sicherung aufräumen. Erst ein frisches Backup, dann ein Plugin nach dem anderen deaktivieren und die betroffenen Seiten durchklicken.

Unsere Faustregel: Jedes Plugin braucht eine Aufgabe, die jemand im Betrieb in einem Satz benennen kann.

Deaktivieren ist noch nicht löschen

Ein deaktiviertes Plugin arbeitet nicht mehr, seine Dateien liegen aber weiter auf dem Server. Steckt im Code eine Lücke, liegt sie dort mit. Was Sie nicht mehr brauchen, löschen Sie deshalb. Vorher prüfen Sie, ob ohne das Plugin alles läuft.

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Manche Plugins entfernen beim Löschen auch ihre Daten, etwa gespeicherte Formular-Anfragen oder Einstellungen. Und Plugins, die Inhalte über Shortcodes einbinden, hinterlassen nach dem Abschalten oft Platzhalter in eckigen Klammern mitten im Text. Sehen Sie sich die Seiten deshalb nach jedem Schritt an.

Wie viele sind zu viele?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Eine Website mit Shop und Buchung braucht mehr Erweiterungen als eine Visitenkarte mit fünf Seiten. Ein großes, gut gepflegtes Plugin ist oft die bessere Wahl als drei kleine für je eine Kleinigkeit. Fragen Sie vor jeder Installation, ob sich die Aufgabe auch mit einer Einstellung im Theme lösen lässt.

Wenn Sie die Inventur nicht allein machen wollen

Planen Sie für die Inventur eine ruhige Stunde ein, nicht den Freitagnachmittag vor dem Urlaub. Ist Ihnen das zu heikel, sprechen Sie uns an. Zu unserer Website-Wartung gehören Updates mit Prüfung, Backups lokal und in der Cloud, die Prüfung der Erreichbarkeit und ein Monatsbericht. Eine erste Einschätzung Ihrer Pluginliste bekommen Sie, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Häufige Fragen zu Plugins

Sind kostenlose Plugins schlechter als gekaufte?

Nicht unbedingt. Viele kostenlose Plugins werden sorgfältig gepflegt, und auch gekaufte können verwaisen. Entscheidend sind regelmäßige Updates und ein Hersteller, der auf Fragen antwortet.

Darf ich selbst Plugins installieren?

Mit Administratorrechten geht das technisch. Sprechen Sie es aber vorher mit dem ab, der Ihre Website betreut. Sonst weiß bei der nächsten Störung niemand, dass ein neues Plugin dazugekommen ist.

Machen deaktivierte Plugins die Seite langsamer?

Kaum, denn ihr Code wird nicht ausgeführt. Ein Risiko bleiben sie trotzdem, weil ihre Dateien auf dem Server liegen und oft niemand sie mehr aktualisiert.

Was tue ich mit einem Plugin, das nicht mehr gepflegt wird?

Suchen Sie einen gepflegten Ersatz und wechseln Sie, bevor ein Problem auftritt. Bei einem Formular ist das meist überschaubar, bei Shop oder Buchung braucht der Wechsel mehr Planung.

Bild von Redaktion Ingenius Agency
Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.