Wie oft sollte ich meine Website überarbeiten?

Hand skizziert mit Stift Website-Layouts auf Papier, Symbolbild für die Überarbeitung einer Website

Kurz und knapp: Inhalte sollten laufend gepflegt werden, das Design hält bei einer soliden Website meist einige Jahre, und ein kompletter Neubau steht an, wenn die Technik veraltet ist oder sich das Geschäft verändert hat. Einen festen Rhythmus wie „alle drei Jahre neu“ gibt es nicht. Es gibt aber deutliche Anzeichen dafür, dass eine Überarbeitung fällig ist, und die lassen sich prüfen.

Die Frage kommt meist in zwei Varianten. Die eine: „Unsere Seite ist von 2018, müssen wir da jetzt ran?“ Die andere: „Wir haben letztes Jahr eine neue Website bekommen, jetzt sagt jemand, sie sei schon wieder veraltet.“ Beide Fragen haben dieselbe ehrliche Antwort: Das Alter allein sagt wenig. Was zählt, ist, ob die Seite noch tut, was sie soll.

Drei Ebenen, drei Rhythmen

Es hilft, die Website in Schichten zu denken. Ganz oben liegen die Inhalte: Texte, Bilder, Öffnungszeiten, Leistungen, Team. Die ändern sich mit dem Betrieb und sollten deshalb ständig aktuell gehalten werden. Wer im Team jemanden verabschiedet hat, der noch auf der Website lächelt, oder eine Leistung anbietet, die nirgends steht, hat hier Nachholbedarf. Das ist keine Überarbeitung, das ist Pflege.

Darunter liegt das Design, also Aufbau, Farben, Schriften, Bildsprache. Das altert langsamer, als man denkt. Eine klare, ruhige Gestaltung sieht auch nach Jahren noch ordentlich aus. Was schnell altert, sind Moden: Effekte, die vor ein paar Jahren überall waren, riesige Schieberegler auf der Startseite, Texte, die beim Scrollen hereinfliegen. Wenn Ihre Seite solche Elemente hat und sie Ihnen selbst inzwischen auffallen, ist das ein Signal.

Ganz unten liegt die Technik: das System, das Theme, die Erweiterungen, das Hosting. Hier entscheidet sich, ob eine Überarbeitung reicht oder ein Neubau nötig ist. Ein Theme, das seit Jahren keine Updates mehr bekommt, oder ein Seitenbaukasten, den der Hersteller eingestellt hat, lassen sich nicht auffrischen, nur ersetzen.

Woran Sie erkennen, dass es Zeit ist

Das erste Anzeichen ist Ihr eigenes Gefühl. Wenn Sie die Adresse Ihrer Website nur noch ungern auf die Visitenkarte drucken oder bei Neukunden lieber die Instagram-Seite zeigen, sagt das mehr als jede Analyse. Kunden spüren das auch.

Das zweite Anzeichen ist die Technik. Lädt die Seite auf dem Handy spürbar langsam? Sieht sie auf einem aktuellen Smartphone verschoben aus? Meldet der Browser eine Sicherheitswarnung? Lassen sich Inhalte nur noch mit Hilfe des ursprünglichen Entwicklers ändern? Jede dieser Fragen mit Ja beantwortet ist ein Grund, hinzuschauen.

Das dritte Anzeichen ist das Geschäft selbst. Wenn sich Ihr Angebot verändert hat, Sie neue Zielgruppen ansprechen oder in einer anderen Region arbeiten als beim Start der Website, passt die Seite nicht mehr zum Betrieb. Dann muss nicht das Design neu, aber die Struktur: Welche Seiten gibt es, worum geht es auf der Startseite, wohin führt der Besucher.

Überarbeiten oder neu bauen?

Wenn die Technik gesund ist, also ein aktuelles System mit gepflegtem Theme, reicht meist eine Überarbeitung. Inhalte neu schreiben, Bilder tauschen, Struktur anpassen, ein paar Gestaltungselemente auffrischen. Das ist deutlich günstiger als ein Neubau und behält alles, was in der Suche bereits gut funktioniert.

Ein Neubau lohnt sich, wenn die Technik am Ende ist, wenn die Seite auf einem System liegt, das niemand mehr pflegen kann, oder wenn so viel geändert werden müsste, dass Flicken teurer wird als Neumachen. Auch dann gilt: Adressen der wichtigen Seiten übernehmen oder sauber weiterleiten, damit die Sichtbarkeit bei Google nicht verloren geht. Wie wir bei einem Neubau vorgehen, steht auf unserer Seite zu Webdesign.

Ein Beispiel: Ein Steuerbüro kam mit dem Wunsch nach einer komplett neuen Website. Beim Blick auf die bestehende Seite zeigte sich, dass das System aktuell war, die Texte aber aus der Gründungszeit stammten und die Startseite nur die Kanzlei beschrieb, nicht die Fragen der Mandanten. Am Ende wurden Texte und Struktur neu gemacht, das Design blieb mit kleinen Anpassungen. Das Ergebnis wirkte wie eine neue Seite, kostete aber einen Bruchteil.

Der Fehler, den viele machen

Der häufigste Fehler ist, jahrelang nichts zu tun und dann alles auf einmal. Die Seite wird zum Projekt, das monatelang dauert, alle nervt und am Ende wieder für Jahre eingefroren wird. Besser ist ein Rhythmus: Inhalte laufend, ein kritischer Blick auf Design und Struktur einmal im Jahr, Technik im Rahmen der Wartung. Dann bleibt die Überarbeitung klein und der Neubau selten.

Was wir empfehlen

Nehmen Sie sich einmal im Jahr eine Stunde, öffnen Sie Ihre eigene Website auf dem Handy und gehen Sie sie durch, als wären Sie ein neuer Kunde. Notieren Sie, was stört, was fehlt und was nicht mehr stimmt. Meist ergibt sich daraus eine überschaubare Liste. Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Liste nach Überarbeitung oder Neubau aussieht, schauen wir sie im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an und sagen Ihnen ehrlich, was nötig ist und was nicht.

Häufige Fragen zur Überarbeitung

Merkt Google, wenn eine Website lange nicht geändert wurde?

Google bewertet nicht das Datum, sondern ob Inhalte noch zutreffen und ob die Seite technisch mithält. Eine unveränderte, aber richtige Seite ist besser als eine ständig umgebaute mit falschen Angaben.

Verliere ich bei einem Neubau meine Google-Platzierungen?

Nicht, wenn die Adressen der Seiten übernommen oder sauber weitergeleitet werden und die Inhalte nicht schlechter werden. Das ist Teil einer ordentlichen Relaunch-Planung.

Kann ich Inhalte selbst aktuell halten?

Bei WordPress ja. Texte, Bilder und Öffnungszeiten lassen sich nach einer kurzen Einweisung selbst ändern. Für Struktur und Design ist es sinnvoller, jemanden zu fragen.

Bild von Redaktion Ingenius Agency

Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.