Wie bereite ich mich auf den Website-Relaunch vor?

Team plant ein Projekt an einem Whiteboard mit Haftnotizen – Symbolbild für die Vorbereitung eines Website-Relaunchs

Die kurze Version: Ein Website-Relaunch gelingt unter vier Bedingungen. Vorher ist klar, was die neue Seite besser machen soll als die alte. Die Inhalte stehen vor dem Design. Alle alten Adressen werden sauber auf die neuen weitergeleitet. Und Zugänge, Domain und Hosting liegen bei Ihnen. Die meisten Relaunches scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand rechtzeitig Texte, Bilder und Entscheidungen geliefert hat.

Relaunch klingt nach Neuanfang, und oft ist er das auch: Die alte Seite ist zehn Jahre alt, sieht auf dem Handy furchtbar aus und niemand weiß mehr, wer sie damals gebaut hat. Ein guter Zeitpunkt für einen sauberen Schnitt. Nur wird der Schnitt oft unsauber, weil die Vorbereitung fehlt. Hier steht als Liste, was wir vor jedem Webdesign-Projekt mit Kunden durchgehen. Damit können Sie sich selbst vorbereiten, egal mit wem Sie am Ende bauen.

Erstens: Was soll die neue Seite besser machen?

„Moderner aussehen“ ist kein Ziel. Ein Ziel ist: mehr Anfragen über das Formular, bessere Sichtbarkeit für drei bestimmte Leistungen, weniger Rückfragen am Telefon, weil die Seite die Antworten liefert. Schreiben Sie drei solcher Ziele auf. Sie bestimmen später jede Entscheidung, von der Seitenstruktur bis zum Knopf auf der Startseite. Und sie sind der Maßstab, an dem Sie ein halbes Jahr nach dem Start prüfen, ob es sich gelohnt hat.

Zweitens: Schauen Sie, was die alte Seite kann

Bevor Sie etwas wegwerfen, prüfen Sie, was funktioniert. In der Google Search Console sehen Sie, welche Seiten Besucher bringen und für welche Begriffe. In Analytics, welche Seiten gelesen werden. Diese Seiten und Begriffe dürfen beim Relaunch nicht verloren gehen. Wir haben Relaunches gesehen, bei denen die Seite mit den meisten Besuchern gelöscht wurde, weil sie „alt aussah“. Der Traffic war danach weg.

Drittens: Inhalte vor Design

Das ist der Punkt, an dem die meisten Projekte hängen bleiben. Der Designer wartet auf Texte, der Kunde wartet auf Design, um zu sehen, wie viel Text reinpasst. Brechen Sie den Kreis: Texte zuerst. Für jede Seite ein Dokument mit Überschrift, Antwort im ersten Absatz, den Fragen der Kunden, dem Ablauf. Die Bilder gleich mit sammeln, echte Fotos vom Betrieb, in der größten verfügbaren Auflösung. Wer die Inhalte hat, bekommt ein Design, das dazu passt, und nicht umgekehrt.

Viertens: Die Seitenstruktur festlegen

Welche Seiten gibt es, wie heißen sie, was ist im Menü. Eine Seite pro Leistung, nach der Kunden suchen. Eine Über-uns-Seite, eine Kontaktseite, Impressum und Datenschutz. Ratgeber, wenn Sie ihn pflegen wollen. Weniger ist meist mehr: Zehn gepflegte Seiten schlagen dreißig halbleere.

Fünftens: Weiterleitungen planen

Jede alte Adresse, die es auf der neuen Seite nicht mehr gibt, braucht eine Weiterleitung auf die passende neue. Sonst landen Google und alle mit einem gespeicherten Link auf einer Fehlerseite. Die Rankings aus Jahren sind dann verloren. Das ist ein Punkt, an dem beim Relaunch am meisten Schaden entsteht, und er ist mit einer Liste alt gegen neu vollständig vermeidbar.

Sechstens: Zugänge und Eigentum klären

Wem gehört die Domain? Wo läuft das Hosting, und wer hat das Passwort? Wer hat Zugang zu Google Analytics, zur Search Console, zum Unternehmensprofil? Erstaunlich oft liegt davon etwas bei einer Agentur, die es nicht mehr gibt, oder bei einem Mitarbeiter, der gegangen ist. Klären Sie das vor dem Relaunch, nicht in der Woche des Umzugs. Alles, was zur Website gehört, sollte auf den Namen des Betriebs laufen.

Siebtens: Rechtliches nicht vergessen

Impressum vollständig, Datenschutzerklärung passend zu den Diensten, die die neue Seite tatsächlich einbindet, Cookie-Banner nur, wenn er nötig ist, und dann richtig. Das gehört in die Planung, nicht in die Nacharbeit.

Achtens: Den Start vorbereiten

Die neue Seite wird auf einer Testadresse gebaut und dort geprüft: jede Seite, jedes Formular, auf dem Handy, im privaten Fenster. Dann der Umzug, am besten zu einer ruhigen Zeit. Danach: Weiterleitungen testen, Sitemap bei Google einreichen, die wichtigsten Seiten zur Indexierung anmelden, Analytics und Search Console prüfen. Und in den folgenden Wochen die Rankings beobachten. Kleine Schwankungen sind normal, ein Einbruch nicht.

Unser Rat dazu

Ein Relaunch ist zu einem Drittel Technik und zu zwei Dritteln Vorbereitung. Wer die acht Punkte vorher durchgeht, spart Wochen und Nerven, egal ob mit uns oder mit einer anderen Agentur. Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre alte Seite dasteht und was beim Relaunch nicht verloren gehen darf, schauen wir das im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht, wenn die Inhalte, die ranken, erhalten bleiben und alle alten Adressen sauber weitergeleitet werden. Kleine Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Ein Einbruch deutet auf fehlende Weiterleitungen oder gelöschte Seiten hin.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Das hängt fast ausschließlich davon ab, wie schnell Inhalte und Entscheidungen vorliegen. Mit fertigen Texten und Bildern geht es deutlich schneller. Einen verbindlichen Zeitplan gibt es mit dem Angebot.

Kann ich die alte Seite parallel laufen lassen?

Die neue Seite wird auf einer Testadresse gebaut, während die alte online bleibt. Beim Umzug wird getauscht. Beide dauerhaft parallel zu betreiben ist nicht sinnvoll, weil Google doppelte Inhalte sieht.

Bild von Redaktion Ingenius Agency

Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.