Vorab: Ob Ihre Website Anfragen bringt, verraten die Besucherzahlen kaum. Zählen Sie stattdessen die Anfragen selbst, auf jedem Weg: Formular, Telefon, E-Mail und WhatsApp. Technisch helfen eine Danke-Seite nach dem Formular, die in Google Analytics als Schlüsselereignis zählt, und gezählte Klicks auf Telefonnummer und Mail-Adresse. Den Rest erledigt eine Frage im Gespräch: „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“
Viele Betriebe kennen diese Lage. Die Statistik meldet jeden Monat ein paar hundert Besucher, die Kurve steigt leicht. Trotzdem weiß im Betrieb niemand, ob davon jemand angerufen hat. Der Chef ist sicher, fast alle Kunden kämen über Empfehlung. Die Kollegin am Telefon hat einen anderen Eindruck. Beides lässt sich mit wenig Aufwand klären.
Besucher sind noch keine Anfragen
Hinter einem Besuch steckt vieles. Jemand sucht nur Ihre Adresse, ein Bewerber schaut sich den Betrieb an, ein Lieferant prüft die Rechnungsanschrift. Dazu kommen Programme, die Websites automatisch abrufen. Mehr Besucher sind deshalb ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis.
Zählen sollten Sie, was am Ende Arbeit bringt: die Nachricht über das Formular, den Anruf, die Mail, die Sprachnachricht per WhatsApp. Erst wenn Sie diese Zahlen kennen, lohnt der Blick in die Statistik.
Eine Liste neben dem Telefon
Legen Sie eine Liste neben das Telefon, oder ergänzen Sie Ihr Auftragsbuch um eine Spalte. Bei jeder neuen Anfrage fragen Sie: „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ Kunden beantworten das in der Regel gern, die Frage klingt nach Interesse. Notieren Sie dazu:
- Datum und Weg der Anfrage, also Formular, Telefon, E-Mail oder WhatsApp.
- Die Antwort möglichst wörtlich, etwa „bei Google gefunden“ oder „Ihr Wagen stand bei den Nachbarn“.
- Worum es ging, zum Beispiel eine Badsanierung oder nur eine kleine Reparatur.
- Ob daraus ein Auftrag wurde.
Rechnen Sie mit unscharfen Antworten. „Im Internet“ kann die Website meinen, das Google-Profil oder eine Bewertung. Fragen Sie dann einmal nach: „Auf unserer Website oder bei Google in der Karte?“ Nach einigen Wochen ergibt die Liste ein Bild, das Ihnen kein Statistikprogramm liefert. Uns ist diese Frage mehr wert als jede Kurve.
Die Danke-Seite zählt Formular-Anfragen
Nach dem Absenden sollte Ihr Formular auf eine eigene Seite weiterleiten, etwa ihr-betrieb.de/danke. Wer diese Seite sieht, hat eine Anfrage abgeschickt. In Google Analytics legen Sie unter Verwaltung und Ereignisse ein eigenes Ereignis für den Aufruf dieser Seite an. Markieren Sie es als Schlüsselereignis. So nennt Analytics die Aktionen, die für Ihr Geschäft zählen.
Die Danke-Seite gehört in kein Menü und wird von der Google-Suche ausgenommen. Sonst landen Besucher zufällig darauf und werden mitgezählt. Nutzen Sie die Seite außerdem für einen Satz, der Vertrauen schafft. Etwa diesen: „Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen.“
Vergleichen Sie die Zahl ab und zu mit den Formular-Mails in Ihrem Postfach. Stehen in Analytics mehr Anfragen als Mails im Postfach, stimmt mit dem Versand etwas nicht. Zeigt Analytics weniger, ist das normal. Der Grund ist die Einwilligung im Cookie-Hinweis.
Klicks auf Nummer, Mail und WhatsApp
Auf dem Handy tippen viele Besucher einfach auf die Telefonnummer. Damit das klappt, muss die Nummer als Telefon-Link angelegt sein. Diesen Klick kann Analytics als eigenes Ereignis zählen, eingerichtet meist über den Google Tag Manager. Dasselbe geht für die Mail-Adresse und den WhatsApp-Knopf.
Ein Klick ist allerdings noch kein Gespräch. Manche legen auf, bevor jemand abnimmt. Andere sitzen am Rechner, wählen die Nummer von Hand und tauchen nie als Klick auf. Die Zahl zeigt eine Richtung, Ihre Liste zeigt, was wirklich ankam.
Ähnlich ist es im Google-Unternehmensprofil. Unter „Leistung“ zählt Google dort Anrufe, gemeint sind Klicks auf die Anrufschaltfläche im Profil. Wer so anruft, hat Ihre Website womöglich nie gesehen. Halten Sie beide Wege in Ihrer Liste deshalb auseinander.
Ohne Einwilligung keine Zahlen
Google Analytics darf in der Regel erst messen, wenn ein Besucher im Cookie-Hinweis zugestimmt hat. Wer ablehnt, wird meist gar nicht erfasst, auch wenn er später anfragt. Die Zahlen in Analytics sind deshalb fast immer kleiner als die Wirklichkeit. Das ist kein Fehler der Einrichtung, sondern die Folge der Einwilligung.
Wir sind Webdesigner, keine Anwälte. Wie Sie Analytics und andere Messwerkzeuge einbinden dürfen, klären Sie im Zweifel mit einem Anwalt oder Ihrer Kammer.
Ihre Liste neben dem Telefon zählt dagegen jede Anfrage, ganz ohne Cookie. Auch die Search Console setzt auf Ihrer Website keine Cookies. Die Daten dort stammen aus der Google-Suche selbst.
Die Search Console zeigt, wie Sie gefunden werden
Die Google Search Console ist kostenlos. Der Leistungsbericht dort zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Website in der Google-Suche erschienen ist. Daneben stehen die Impressionen, also die Einblendungen, und die Klicks. Anfragen zählt die Search Console nicht. Sie beantwortet eine Frage davor: Werden Sie für die Leistungen gefunden, mit denen Sie Geld verdienen?
Ein Dachdecker erscheint vielleicht oft bei „Dachrinne reinigen Essen“, wird dort aber kaum angeklickt. Dann überzeugt sein Eintrag in der Suche nicht, oder die Seite passt nicht zur Frage. Bringt eine Suche dagegen viele Klicks, aber keine Anfragen, lohnt ein Blick auf die Seite, auf der die Besucher landen. Vielleicht fehlt dort schlicht die Telefonnummer.
So fangen Sie am Montag an
- Legen Sie die Liste neben das Telefon und erklären Sie allen, die Anfragen annehmen, die Frage nach der Herkunft.
- Prüfen Sie, ob Ihr Formular auf eine Danke-Seite weiterleitet. Wenn nicht, lassen Sie das samt Schlüsselereignis einrichten.
- Machen Sie Telefonnummer, Mail-Adresse und WhatsApp-Knopf anklickbar und lassen Sie die Klicks zählen.
- Nach vier Wochen vergleichen Sie Liste, Analytics und Search Console.
Danach wissen Sie, welcher Weg Anfragen bringt und wo Ihre Website Lücken hat. Wie wir Websites für die Google-Suche aufstellen und Ergebnisse auswerten, beschreiben wir auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung. Wenn Sie beim Einrichten der Messung Hilfe brauchen, schreiben Sie uns. Wir sehen uns das per Video oder bei Ihnen vor Ort an.
Fragen zum Messen von Anfragen
Reicht die Besucherzahl nicht als Maßstab?
Sie zeigt, ob überhaupt jemand kommt. Ob daraus Arbeit wird, zeigt sie nicht. Eine Website mit wenigen Besuchern kann mehr Anfragen bringen als eine mit vielen, wenn die richtigen Leute kommen.
Kann ich messen, ob aus einem Klick auf die Nummer ein Anruf wurde?
Nur mit Aufwand. Es gibt Dienste, die für die Website eine eigene Rufnummer schalten und die Anrufe darüber zählen. Für einen kleinen Betrieb ist die Frage am Telefon meist der einfachere Weg.
Wie lange sollte ich zählen, bevor ich etwas ändere?
Mindestens vier Wochen, besser zwei bis drei Monate. Einzelne Wochen schwanken stark, etwa durch Ferien, Wetter oder Saison.
Brauche ich dafür überhaupt Google Analytics?
Nicht zwingend. Ihre Liste und die Search Console liefern schon viel. Analytics zeigt zusätzlich, über welche Seiten Anfragende kamen, allerdings nur bei Besuchern, die zugestimmt haben.