Social Media für Handwerksbetriebe: Was funktioniert wirklich?

Lächelnder Schreiner fotografiert in seiner Werkstatt mit dem Smartphone, Symbolbild für Social Media im Handwerk

Das Wesentliche zuerst: Für Handwerksbetriebe funktioniert auf Social Media vor allem eines: echte Bilder und kurze Videos von der Arbeit, regelmäßig, aus dem Alltag, ohne Werbesprache. Ein Kanal reicht, meistens Instagram oder Facebook, je nachdem, wo die Kundschaft ist. Was nicht funktioniert, sind Stockfotos, Sprüche-Kacheln und Kanäle, die nach drei Wochen verstummen. Und Social Media ersetzt weder das Google-Profil noch die Website, es ergänzt sie.

Wir reden oft mit Handwerksbetrieben, die sich zu Social Media gedrängt fühlen. Der Wettbewerber postet, der Verband empfiehlt es, der Neffe sagt, ohne Instagram gehe heute nichts mehr. Gleichzeitig ist der Tag voll, und niemand im Betrieb hat Lust, sich abends noch Texte auszudenken. Die gute Nachricht: Der Aufwand, der wirklich etwas bringt, ist kleiner, als die meisten denken. Man muss nur das Richtige tun.

Was Menschen von Handwerkern sehen wollen

Die Antwort ist einfach und wird trotzdem ständig ignoriert: die Arbeit. Ein Foto von der halbfertigen Treppe. Ein kurzes Video, wie der Estrich reinkommt. Das Vorher und Nachher eines Badumbaus. Der Lehrling beim ersten eigenen Anschluss. Niemand folgt einem Dachdecker, um Zitate über Erfolg zu lesen. Menschen folgen, weil sie sehen wollen, wie so etwas gemacht wird, und weil sie sich vorstellen wollen, wie es bei ihnen aussehen könnte.

Das hat einen Nebeneffekt, der für Handwerksbetriebe wichtiger ist als Reichweite: Vertrauen. Wer vor einer größeren Beauftragung dreißig Baustellenfotos gesehen hat, weiß, wie der Betrieb arbeitet. Das Erstgespräch fängt dann nicht bei null an.

Welcher Kanal, und warum nur einer

Instagram passt zu allem, was man sehen kann: Innenausbau, Schreinerei, Garten, Fliesen, Maler. Facebook passt zu Betrieben mit älterer, regionaler Kundschaft und zu allem, was mit Empfehlungen in Ortsgruppen zu tun hat. TikTok kann für einzelne Gewerke überraschend gut laufen, verlangt aber Videos und einen gewissen Spaß daran. LinkedIn lohnt sich nur, wenn Sie gewerbliche Kunden oder Fachkräfte ansprechen.

Der Grund für nur einen Kanal ist schlicht: Ein Kanal, der lebt, ist besser als drei, die sterben. Wer auf einem Kanal drei Monate durchhält und merkt, dass es läuft, kann den zweiten dazunehmen. Umgekehrt geht es fast nie gut. Wie Social Media in eine Gesamtstrategie passt, beschreiben wir auf unserer Seite zu Social Media Marketing.

Wie viel Aufwand es wirklich braucht

Ein Beitrag pro Woche reicht für den Anfang, wenn er echt ist. Das Foto entsteht auf der Baustelle mit dem Handy, der Text ist ein Satz oder zwei: was gemacht wurde, wo ungefähr, was besonders war. Fertig. Wer das am Freitag im Auto erledigt, braucht dafür keine zehn Minuten.

Was Zeit frisst, ist der Anspruch, es müsse perfekt sein. Es muss nicht. Ein etwas schiefes Foto von einer echten Baustelle schlägt jedes perfekte Stockbild. Und Videos brauchen keinen Schnitt: Handy hochkant, zwanzig Sekunden Maschine bei der Arbeit, ein Satz dazu, hochladen.

Was nicht funktioniert

Stockfotos mit lächelnden Menschen in sauberen Arbeitsklamotten. Jeder erkennt sie, und sie sagen: Wir haben nichts Eigenes zu zeigen. Sprüche und Zitate auf farbigen Kacheln, die mit dem Betrieb nichts zu tun haben. Beiträge, die nur aus „Wir sind für Sie da“ und einer Telefonnummer bestehen. Und Gewinnspiele, die Follower bringen, die nie Kunden werden.

Nicht funktionieren tut außerdem das Ausbrechen. Zwölf Beiträge in der ersten Woche, dann Funkstille bis zum nächsten Vorsatz. Der Kanal wirkt danach verlassen, und ein verlassener Kanal ist schlechter als keiner.

Ein Beispiel aus Essen

Ein Fliesenleger, den wir betreuen, hat sich auf Instagram eine Regel gesetzt: jede abgeschlossene Baustelle ein Beitrag, mit einem Vorher-Bild und zwei Nachher-Bildern. Kein Text außer Ort und Art der Arbeit. Nach einem Jahr kamen die meisten neuen Anfragen mit dem Satz „Wir haben Ihre Bäder auf Instagram gesehen“. Er hat nie Werbung geschaltet und nie einen Beitrag geplant. Er hat nur konsequent gezeigt, was er macht.

Was Social Media nicht ersetzt

Wer nach „Fliesenleger Essen“ sucht, landet bei Google, nicht bei Instagram. Das Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen und die Website mit Leistungen und Kontakt bleiben die Grundlage. Social Media füttert beides: Die Bilder von Instagram lassen sich im Google-Profil und auf der Website wiederverwenden, und die Website ist der Ort, an dem aus einem Betrachter ein Anrufer wird. Wer nur Social Media macht und die Grundlage vernachlässigt, verschenkt den größten Teil.

Wenn Sie anfangen wollen

Suchen Sie sich einen Kanal, machen Sie ein Foto von der nächsten Baustelle, schreiben Sie einen Satz dazu. Mehr ist es für den Anfang nicht. Wenn Sie wissen wollen, welcher Kanal zu Ihrem Gewerk passt und wie die Bilder auch auf der Website und im Google-Profil arbeiten, klären wir das im kostenlosen Erstgespräch.

Häufige Fragen zu Social Media im Handwerk

Darf ich Fotos von Kundenbaustellen posten?

Nur mit Einverständnis, am besten kurz schriftlich. Viele Kunden freuen sich, wenn ihr Projekt gezeigt wird, solange Adresse und Namen nicht erkennbar sind.

Muss ich auf Kommentare antworten?

Ja, zumindest kurz. Ein Kanal, auf dem Fragen unbeantwortet bleiben, wirkt wie ein Betrieb, bei dem niemand ans Telefon geht.

Lohnt sich bezahlte Werbung auf Social Media für Handwerker?

Für die meisten Betriebe erst, wenn der Kanal organisch läuft und ein konkretes Ziel da ist, etwa Bewerber oder eine neue Leistung. Für den Anfang reicht das Zeigen der Arbeit.

Bild von Redaktion Ingenius Agency

Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.