Die ehrliche Antwort: Die richtigen Suchbegriffe sind die, mit denen Ihre Kunden tatsächlich suchen, nicht die, mit denen Sie Ihre Leistung beschreiben würden. Sie finden diese Begriffe an vier Stellen. Hören Sie zu, wie Kunden am Telefon fragen. Schauen Sie sich in der Google-Suche die Vorschläge und die Fragen unter den Ergebnissen an. Sehen Sie in der Search Console nach, wofür Sie schon gefunden werden. Und nehmen Sie den Ort dazu. Zwei bis vier Begriffe pro Leistung reichen. Mehr verwässert.
Fast jeder Betrieb, mit dem wir sprechen, hat eine Vorstellung davon, wonach seine Kunden suchen. Und fast immer liegt diese Vorstellung ein Stück daneben. Der Sanitärbetrieb denkt an „Sanitärinstallation“, der Kunde tippt „Wasserhahn tropft wer hilft“. Die Kanzlei denkt an „Rechtsberatung Arbeitsrecht“, die Mandantin sucht „gekündigt was tun“. Die Lücke zwischen Fachsprache und Kundensprache ist der Grund, warum viele Websites für Begriffe optimiert sind, die niemand eingibt. Bei unserer Suchmaschinenoptimierung ist die Suche nach den echten Begriffen deshalb immer der erste Schritt.
Fangen Sie beim Telefon an
Sie haben die beste Quelle schon im Haus. Wie formulieren Anrufer ihr Anliegen? Welche Wörter benutzen sie, bevor Sie ihnen den Fachbegriff beibringen? Schreiben Sie eine Woche lang mit. Fragen aus E-Mails, aus dem Kontaktformular, aus Gesprächen an der Theke. Das ist Ihre Rohliste, und sie ist wertvoller als jedes Werkzeug.
Lassen Sie Google Ihnen helfen
Tippen Sie einen Begriff in die Google-Suche und warten Sie, bevor Sie Enter drücken. Die Vorschläge, die aufklappen, sind echte Suchanfragen anderer Leute. Dann suchen Sie und scrollen nach unten: Der Kasten „Ähnliche Fragen“ und die „Ähnlichen Suchanfragen“ am Seitenende zeigen, was Menschen rund um dieses Thema noch wissen wollen. Für „Dachdecker Essen“ finden Sie so Dinge wie „Dachdecker Essen Notdienst“, „Dach neu decken Kosten“ oder „Dachrinne reinigen lassen“. Das sind Ihre Unterthemen.
Schauen Sie, wofür Sie schon gefunden werden
Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt Ihnen unter „Leistung“ jede Suchanfrage, bei der Ihre Website in den letzten Monaten erschienen ist. Auch die, bei denen Sie auf Seite drei stehen und nie geklickt wurden. Das ist die interessanteste Liste überhaupt: Google hat Ihre Seite für diese Begriffe schon als passend eingestuft, es fehlt nur der letzte Schritt nach vorn. Sortieren Sie nach Impressionen und schauen Sie, welche Begriffe mit vielen Einblendungen auf Position acht bis zwanzig liegen. Dort ist mit wenig Aufwand am meisten zu holen.
Der Ort gehört fast immer dazu
Für lokale Betriebe ist der Ortsname der wichtigste Zusatz. „Fliesenleger“ allein konkurriert bundesweit, „Fliesenleger Essen“ nur mit den Betrieben vor Ort. Denken Sie auch an Stadtteile und Nachbarstädte, wenn Sie dort tatsächlich arbeiten: Rüttenscheid, Werden, Kettwig, Bochum, Gelsenkirchen. Nicht als Liste auf einer Seite, sondern dort, wo es natürlich passt, und bei genügend Nachfrage mit eigenen Seiten.
Fragen sind die neuen Suchbegriffe
Seit Leute ihre Fragen auch an Sprachassistenten und KI-Systeme stellen, werden Suchanfragen länger und klingen wie Sätze. „Wie lange dauert eine Dachsanierung“ oder „Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb“. Für solche Fragen lohnt sich ein Ratgeberbeitrag, der genau diese Frage in der Überschrift trägt und im ersten Absatz beantwortet. Das ist übrigens exakt der Grund, warum Sie gerade diesen Beitrag lesen.
Werkzeuge, die kostenlos sind und reichen
Der Keyword-Planer in Google Ads zeigt Größenordnungen für das Suchvolumen, wenn Sie ein Ads-Konto haben. Werkzeuge wie AnswerThePublic oder die kostenlose Version von Ubersuggest liefern Fragen und Varianten. Für die meisten kleinen Betriebe reichen aber Google selbst, die Search Console und das eigene Telefon vollkommen aus. Man muss nicht für ein Werkzeug bezahlen, um zu erfahren, dass Kunden „Heizung kaputt“ statt „Wärmeerzeuger Störung“ suchen.
Was Sie mit der Liste machen
Ordnen Sie jedem Begriff eine Seite zu. Ein Hauptbegriff pro Seite, dazu zwei oder drei Varianten, die natürlich im Text vorkommen. Der Hauptbegriff gehört in den Seitentitel, in die Hauptüberschrift und in den ersten Absatz. Danach schreiben Sie für Menschen. Wer einen Begriff zwanzigmal in einen Text stopft, schadet sich. Google merkt das, und Leser merken es noch schneller.
Unsere Empfehlung
Nehmen Sie sich eine Stunde: eine Woche Telefonnotizen, zehn Minuten Google-Vorschläge, zehn Minuten Search Console. Danach haben Sie eine Liste, die besser ist als das, womit die meisten Wettbewerber arbeiten. Wenn Sie die Liste mit jemandem durchgehen wollen, der täglich damit arbeitet, ist das kostenlose Erstgespräch dafür da. Wir schauen auch gleich in Ihre Search Console, falls Sie eine haben.
Häufige Fragen zu Suchbegriffen
Wie viele Suchbegriffe braucht eine Seite?
Einen Hauptbegriff und zwei bis drei Varianten. Mehr verwässert die Seite und macht sie für keinen der Begriffe richtig relevant. Für jedes weitere Thema gehört eine eigene Seite her.
Soll ich Begriffe mit hohem Suchvolumen bevorzugen?
Nicht automatisch. Hohes Volumen bedeutet meist hohen Wettbewerb. Ein Begriff mit wenig Volumen und klarer Absicht, etwa „Notdienst Heizung Essen Werden“, bringt oft mehr Aufträge als „Heizung“ mit tausenden Suchen.
Wie oft sollte ich meine Suchbegriffe prüfen?
Einmal im Quartal reicht. Schauen Sie in der Search Console, welche neuen Begriffe aufgetaucht sind, und ob die Rankings für Ihre Hauptbegriffe sich bewegen. Die Sprache der Kunden ändert sich langsam.