Vorab: Mehr Google-Bewertungen bekommt, wer im richtigen Moment fragt, das Bewerten so einfach wie möglich macht und dabei nicht wie ein Bittsteller wirkt. Der richtige Moment ist direkt nach einem gelungenen Abschluss. Einfach heißt ein Link, der das Bewertungsfenster öffnet, ohne Suchen und Anmelden. Und die Haltung ist: Sie bitten nicht um einen Gefallen, Sie bieten dem Kunden an, anderen bei der Entscheidung zu helfen. Gekaufte oder erfundene Bewertungen sind tabu.
Bewertungen sind für lokale Betriebe die Währung, in der Vertrauen gezahlt wird. Wer im Kartenausschnitt mit vier Bewertungen neben einem Mitbewerber mit sechzig steht, verliert den Klick, egal wie gut die Arbeit ist. Trotzdem tun sich viele schwer mit dem Fragen. Es fühlt sich an wie Betteln, und niemand mag das. Es geht auch anders. Wie das in unsere Arbeit am Local SEO einfließt, und was Sie ab morgen selbst machen können, steht hier.
Warum die meisten zufriedenen Kunden nicht bewerten
Nicht, weil sie nicht wollen. Sie denken nicht daran. Wer eine schlechte Erfahrung gemacht hat, sucht sich den Weg zur Bewertung von selbst. Wer zufrieden ist, geht seiner Wege. Das ist der Grund, warum unaufgeforderte Bewertungen oft ein schiefes Bild zeichnen. Fragen ist also kein Betteln, sondern Ausgleich.
Der richtige Moment
Direkt nach dem Abschluss, wenn die Zufriedenheit am größten ist. Das Bad ist fertig und der Kunde sagt „sieht klasse aus“. Die Website ist live und die erste Anfrage kam. Der Kunde bedankt sich am Telefon. Das ist der Moment. Nicht drei Wochen später per Rundmail. Wer den Moment verpasst, kann ihn mit einer kurzen Nachricht am nächsten Tag nachholen, aber nicht mit einer Erinnerung im nächsten Quartal.
Der richtige Satz
Kein „Könnten Sie uns vielleicht bewerten, das würde uns sehr helfen“. Sondern: „Wenn Sie zufrieden sind, freuen wir uns über zwei Sätze bei Google. Das hilft anderen, die gerade jemanden suchen.“ Der Unterschied ist die Richtung. Sie bitten nicht für sich, Sie laden den Kunden ein, anderen zu helfen. Das nimmt beiden Seiten die Verlegenheit.
Machen Sie es einfach
Der häufigste Grund, warum eine zugesagte Bewertung nie kommt: Der Kunde findet den Weg nicht. Er sucht Ihren Betrieb, findet drei ähnliche Einträge, muss sich anmelden, gibt auf. Google stellt im Unternehmensprofil einen direkten Link bereit, der das Bewertungsfenster sofort öffnet. Diesen Link brauchen Sie überall: in der E-Mail-Signatur, auf der Rechnung, als QR-Code an der Theke. Gut funktioniert auch eine kleine Karte, die Sie am Ende des Auftrags übergeben. Wer den Link hat, braucht dreißig Sekunden.
Bauen Sie es in den Ablauf ein
Was nur passiert, wenn jemand dran denkt, passiert nicht. Machen Sie die Bitte zum festen Schritt: Nach jeder Abnahme, nach jeder Schlussrechnung, nach jedem abgeschlossenen Projekt geht eine kurze Nachricht mit dem Link raus. Persönlich formuliert, nicht als Serienbrief. Bei Betrieben mit vielen Kunden lässt sich das automatisieren, bei kleinen reicht eine Vorlage im Handy.
Was Sie lassen sollten
Bewertungen kaufen, von Freunden schreiben lassen oder mit Rabatten belohnen. Alles drei ist wettbewerbsrechtlich angreifbar, das erste sogar als Betrug einzustufen, und Google erkennt die Muster inzwischen gut. Ein Profil, dessen Bewertungen entfernt werden, sieht danach schlechter aus als vorher. Auch das Filtern, also nur zufriedene Kunden zur Bewertung leiten und unzufriedene zu einem internen Formular, ist rechtlich heikel und wird von Google nicht gern gesehen.
Antworten Sie auf jede Bewertung
Auf gute mit zwei persönlichen Sätzen, nicht mit einem Textbaustein. Auf schlechte sachlich, ohne Rechtfertigung, mit dem Angebot, das Problem direkt zu klären. Suchende lesen die Antworten. Ein Betrieb, der auf Kritik ruhig und lösungsorientiert reagiert, gewinnt dabei mehr Vertrauen als einer mit fünf Sternen und Schweigen. Und wer sieht, dass Bewertungen gelesen und beantwortet werden, schreibt eher selbst eine.
Was Sie jetzt tun können
Holen Sie sich heute den Bewertungslink aus Ihrem Unternehmensprofil und legen Sie ihn in die E-Mail-Signatur. Überlegen Sie, wo in Ihrem Ablauf dieser Moment liegt. Schreiben Sie sich den einen Satz auf, den Sie dort sagen. Das ist alles. Wenn Sie den Bewertungsprozess und das Profil insgesamt einmal mit uns durchgehen wollen, ist das kostenlose Erstgespräch der Einstieg.
Häufige Fragen zu Google-Bewertungen
Darf ich Kunden um Bewertungen bitten?
Ja. Bitten ist erlaubt, solange keine Gegenleistung versprochen wird und alle Kunden die gleiche Chance bekommen. Belohnungen für Bewertungen sind nicht erlaubt.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Mehr als die Mitbewerber im Kartenausschnitt, und vor allem aktuelle. Zehn Bewertungen aus den letzten Monaten wirken stärker als fünfzig aus dem Jahr 2019.
Was mache ich mit einer ungerechten Bewertung?
Sachlich antworten und das Gespräch anbieten. Melden können Sie eine Bewertung nur, wenn sie gegen die Google-Richtlinien verstößt. Das ist etwa bei Beleidigungen der Fall, oder wenn der Verfasser nie Kunde war. Löschen lässt sich sonst nichts.