Zum Einstieg: Das Google-Unternehmensprofil ist der kostenlose Eintrag, der bei Google Maps und in der Suche rechts neben den Treffern erscheint, mit Öffnungszeiten, Adresse, Bewertungen und Fotos. Anlegen dauert eine halbe Stunde, die Bestätigung durch Google ein paar Tage. Für einen Betrieb mit Kundschaft aus der Umgebung ist es der wichtigste Eintrag im Internet, wichtiger als jede Social-Media-Seite.
Wir erleben es regelmäßig: Ein Betrieb hat eine gute Website, aber in der Kartenansicht bei Google steht ein halb fertiges Profil, das irgendwann ein früherer Mitarbeiter angelegt hat, mit alten Öffnungszeiten und einem Foto vom Parkplatz. Genau dieses Profil sehen die meisten Menschen, bevor sie die Website überhaupt öffnen. Deshalb lohnt es sich, das Thema einmal ordentlich zu erledigen.
Was das Profil eigentlich ist
Google führt für fast jedes Unternehmen mit Standort einen Eintrag, ob der Inhaber will oder nicht. Die Daten stammen aus Verzeichnissen, aus Nutzerhinweisen oder aus alten Einträgen. Das Unternehmensprofil ist der Zugang, mit dem Sie diesen Eintrag übernehmen und selbst pflegen. Wer ihn nicht übernimmt, überlässt Google und fremden Nutzern die Darstellung des eigenen Betriebs.
Der Eintrag zeigt Name, Kategorie, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefon, Website, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und seit einiger Zeit auch Beiträge und Fragen. Für viele Suchen, etwa „Dachdecker in Essen“, entscheidet dieser Eintrag darüber, wer angerufen wird. Wie das Profil danach besser sichtbar wird, beschreiben wir auf unserer Seite zu Local SEO. Hier geht es erst einmal ums Anlegen.
Wie lege ich das Profil an?
Rufen Sie die Seite von Google für Unternehmensprofile auf und melden Sie sich mit einem Google-Konto an, das dem Betrieb gehört, nicht mit dem privaten Konto eines Mitarbeiters. Das klingt banal, ist aber der häufigste Fehler: Wenn die Person den Betrieb verlässt, ist der Zugang weg. Legen Sie im Zweifel ein eigenes Konto für den Betrieb an und bewahren Sie die Zugangsdaten dort auf, wo auch die anderen wichtigen Zugänge liegen.
Danach suchen Sie den Betrieb. Gibt es schon einen Eintrag, übernehmen Sie ihn. Gibt es keinen, legen Sie ihn neu an. Sie geben den Namen exakt so ein, wie er auf Ihrem Briefpapier steht, wählen eine Hauptkategorie und ergänzen die Adresse. Betriebe, die zum Kunden fahren, etwa Installateure oder mobile Pflegedienste, können die Adresse verbergen und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben.
Dann folgt die Bestätigung. Google will sicher sein, dass Sie wirklich für den Betrieb sprechen. Je nach Fall geht das per Telefon, per E-Mail, per Video, bei dem Sie Ladenlokal und Firmenschild zeigen, oder klassisch per Postkarte mit Code. Die Postkarte braucht ein paar Tage. Bis dahin ist das Profil zwar angelegt, aber noch nicht von Ihnen bearbeitbar.
Welche Angaben wirklich zählen
Die Kategorie ist die wichtigste Entscheidung. Sie sagt Google, bei welchen Suchen Ihr Betrieb überhaupt in Frage kommt. Wählen Sie die Hauptkategorie so eng wie möglich: „Sanitärinstallateur“ ist besser als „Handwerker“. Weitere Kategorien können Sie ergänzen, aber die erste sollte Ihr Kerngeschäft treffen.
Öffnungszeiten müssen stimmen, auch an Feiertagen. Ein Kunde, der samstags vor verschlossener Tür steht, weil das Profil „geöffnet“ sagt, schreibt eher eine schlechte Bewertung als der, der gar nicht erst gekommen wäre. Google fragt vor Feiertagen aktiv nach, nutzen Sie das.
Fotos sind kein Schmuck, sondern Entscheidungshilfe. Menschen wollen sehen, wie der Laden aussieht, wer dort arbeitet und was dort gemacht wird. Ein Foto vom Eingang, ein paar vom Team bei der Arbeit, einige Ergebnisse. Keine Stockbilder, die erkennt jeder.
Die Beschreibung darf ruhig länger sein. Schreiben Sie in eigenen Worten, was Sie tun, für wen und in welchem Gebiet. Ohne Superlative, dafür konkret. Was Sie hier schreiben, wird von Google gelesen und beeinflusst, bei welchen Suchen Sie auftauchen.
Was nach dem Anlegen passiert
Das Profil ist kein Eintrag, den man einmal macht und dann vergisst. Bewertungen kommen, und auf jede sollte eine Antwort folgen, auch auf die guten. Fragen von Nutzern tauchen auf, und wer nicht antwortet, bei dem antworten Fremde. Google selbst schlägt Änderungen vor, etwa neue Öffnungszeiten, die ein Nutzer gemeldet hat. Wer das Profil nicht im Blick hat, übernimmt solche Vorschläge unbemerkt.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Friseursalon in Essen hatte in seinem Profil eine Kategorie, die ein Nutzer Jahre zuvor vorgeschlagen hatte. Der Salon tauchte deshalb bei Suchen nach einem Barbershop auf, aber kaum bei „Friseur“. Nach der Korrektur der Kategorie kamen wieder die passenden Anrufe. Der Aufwand war eine Viertelstunde.
Wenn es hakt
Manchmal gibt es ein Profil, aber niemand weiß, wer den Zugang hat. Google bietet dafür einen Weg, die Inhaberschaft anzufordern. Der aktuelle Inhaber bekommt eine Nachricht und muss innerhalb einer Frist reagieren, sonst geht der Zugang an Sie. Das dauert, funktioniert aber.
Manchmal lehnt Google die Bestätigung ab oder sperrt ein Profil, weil ihm der Name zu werblich vorkommt oder die Adresse nicht plausibel wirkt. Dann hilft nur Geduld und ein sauberer Einspruch mit Belegen wie Gewerbeanmeldung oder Fotos vom Firmenschild.
Unsere Einschätzung
Das Profil anzulegen ist keine Kunst, es ist Fleißarbeit mit ein paar Fallstricken. Wer es selbst machen will, kommt mit dieser Anleitung durch. Wer es lieber abgibt, weil die Zeit fehlt oder das Profil schon verworren ist, dem helfen wir im kostenlosen Erstgespräch weiter und schauen uns den aktuellen Stand gemeinsam an.
Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Profil ist kostenlos, inklusive Fotos, Beiträgen und Bewertungen. Anrufe von Firmen, die Geld für die „Aktivierung“ oder „Verifizierung“ verlangen, sind unseriös.
Brauche ich eine Ladenadresse?
Nein. Betriebe ohne Kundenverkehr können die Adresse verbergen und ein Einzugsgebiet angeben. Eine reine Postadresse ohne Betriebsstätte ist allerdings nicht erlaubt.
Wie lange dauert die Bestätigung?
Per Telefon oder E-Mail oft sofort, per Video innerhalb weniger Tage, per Postkarte meist eine bis zwei Wochen. Bis dahin lässt sich das Profil anlegen, aber nicht öffentlich bearbeiten.