Webhosting ist der gemietete Platz auf einem Server, von dem aus Ihre Website rund um die Uhr abrufbar ist. Der Hoster stellt den Server und hält ihn am Laufen, oft gehören auch Ihre E-Mail-Postfächer dazu. Achten Sie bei der Wahl auf einen Serverstandort in der EU, verlässliche Backups, aktuelle PHP-Versionen, ein Zertifikat und einen Support, den Sie erreichen. Speicherplatz ist für eine Betriebs-Website dagegen selten der Engpass.
Bei vielen Betrieben ist das Hosting irgendwann nebenbei entstanden. Der Neffe hat ein Paket gebucht, die erste Agentur hatte ihren Stammanbieter, oder die Domain kam mit einem Komplettangebot. Solange alles läuft, fragt niemand nach. Wichtig wird die Frage beim ersten Ausfall, und dann muss es schnell gehen.
Was ein Hoster eigentlich macht
Ihre Website besteht aus Dateien und meist aus einer Datenbank, in der Texte und Einstellungen liegen. Ruft jemand Ihre Adresse auf, setzt der Server daraus die Seite zusammen und schickt sie an den Browser. Bei WordPress erledigt das eine Programmiersprache namens PHP. Der Hoster sorgt dafür, dass dieser Server läuft, gesichert ist und schnell genug antwortet.
Die Domain ist dabei nur die Adresse, die auf diesen Server zeigt. Sie kann beim selben Anbieter liegen, muss aber nicht.
Drei Arten von Hosting
Geteiltes Hosting
Ihre Website teilt sich einen Server mit vielen anderen. Das ist der übliche Einstieg und für eine kleine Betriebs-Website oft ausreichend. Die Technik verwaltet der Hoster, Sie bekommen ein Kundenmenü für die Einstellungen. Der Nachteil: Braucht eine Nachbarseite viel Rechenleistung, wird Ihre Seite womöglich langsamer.
Managed WordPress-Hosting
Hier ist der Server auf WordPress zugeschnitten. Oft gehören automatische Sicherungen, ein Zwischenspeicher für schnellere Seiten und Hilfe bei WordPress-Fragen dazu. Was genau enthalten ist, unterscheidet sich stark von Anbieter zu Anbieter. Lesen Sie die Leistungsbeschreibung, bevor Sie sich auf das Wort „managed“ verlassen.
Ein eigener Server
Bei einem eigenen Server, virtuell oder physisch, haben Sie die Rechenleistung für sich. Das bringt Leistung und Freiheit, aber auch Arbeit: Betriebssystem, Updates und Absicherung des Servers muss jemand übernehmen. Für eine normale Betriebs-Website ist das selten nötig. Sinnvoll wird es bei einem Shop mit viel Betrieb oder wenn mehrere Websites zusammen laufen.
Serverstandort und Vertrag zur Auftragsverarbeitung
Auf dem Server landen personenbezogene Daten, etwa Anfragen aus dem Kontaktformular oder Protokolle mit den IP-Adressen der Besucher. Ein Rechenzentrum in Deutschland oder einem anderen EU-Land macht den Datenschutz deutlich einfacher. Mit dem Hoster schließen Sie außerdem einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, kurz AV-Vertrag. Bei vielen Anbietern geht das mit wenigen Klicks im Kundenkonto.
Wir sind Webdesigner, keine Anwälte. Welche Pflichten Sie beim Datenschutz genau haben, klären Sie im Zweifel mit einem Anwalt oder Ihrer Kammer.
Die Technik, die man nicht sieht
Fragen Sie nach Backups, bevor Sie eines brauchen. Wie oft sichert der Hoster, wie lange hebt er die Sicherungen auf, und können Sie selbst eine zurückspielen? Manche Anbieter berechnen das Zurückspielen extra. Verlassen Sie sich außerdem nicht allein auf die Sicherungen des Hosters. Sperrt er Ihr Konto oder fällt er aus, sind sie ebenfalls weg. Eine zweite Sicherung an einem anderen Ort gehört deshalb dazu.
Bei der PHP-Version lohnt ein genauer Blick. Jede Version bekommt nur eine begrenzte Zeit Sicherheitsupdates, für PHP 8.2 enden sie laut php.net am 31. Dezember 2026. WordPress empfiehlt auf wordpress.org derzeit PHP 8.3 oder neuer. Ein guter Hoster bietet aktuelle Versionen an und kündigt rechtzeitig an, wenn eine alte ausläuft.
Bleibt das Zertifikat. Es sorgt für das https vor Ihrer Adresse und dafür, dass der Browser nicht warnt. Viele Hoster richten es kostenlos ein und verlängern es automatisch. Fragen Sie nach, ob das für die Adresse mit und ohne www gilt.
Support und E-Mail
Wenn die Seite nicht lädt, zählt, wie schnell Sie jemanden erreichen. Gibt es eine Telefonnummer oder nur ein Ticketsystem? Antwortet jemand am Freitagnachmittag, und versteht er Ihr Problem ohne Fachbegriffe? Von Hosting, bei dem Sie im Ernstfall tagelang auf eine Antwort warten, raten wir ab, egal wie günstig es ist.
Viele Hosting-Pakete enthalten auch die E-Mail-Postfächer. Das ist praktisch, macht den Hoster aber zur zentralen Stelle für Website und Mail. Fällt er aus, stehen beide still. Achten Sie auf genug Speicher je Postfach und darauf, dass Sie Ihre Mails auf Handy und Rechner zugleich abrufen können.
Woran Sie schwaches Hosting erkennen
- Die Website ist mehrmals im Jahr nicht erreichbar, ohne dass jemand etwas geändert hat.
- Im Kundenmenü stehen nur PHP-Versionen zur Wahl, die keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.
- Auf eine Anfrage beim Support warten Sie mehrere Tage.
- Niemand kann Ihnen sagen, wie alt die letzte Sicherung ist.
- Die Seite reagiert träge, obwohl sie schlank gebaut ist und wenige Bilder hat.
Ein einzelner Punkt ist noch kein Grund zum Wechsel. Kommen mehrere zusammen, lohnt der Vergleich mit einem anderen Anbieter.
Fragen an den Hoster, bevor Sie unterschreiben
Diese Fragen zeigen schnell, worauf Sie sich verlassen können. Notieren Sie die Antworten, dann werden Angebote vergleichbar.
- Wo steht der Server, und bekomme ich einen AV-Vertrag?
- Wie oft wird gesichert, wie lange bleiben die Sicherungen, und wer spielt sie zurück?
- Welche PHP-Versionen stehen zur Wahl?
- Ist das Zertifikat enthalten, und verlängert es sich selbst?
- Wie erreiche ich den Support, und zu welchen Zeiten?
- Wie viel Speicher haben die E-Mail-Postfächer?
- Wie kündige ich, und wie bekomme ich dann meine Daten und meine Domain?
Zur Wartung Ihrer Website gehört bei uns unter anderem die Prüfung der Erreichbarkeit. Ob Ihr jetziges Paket zu Ihrer Website passt, sehen wir uns gern mit Ihnen an, per Video oder bei Ihnen vor Ort. Melden Sie sich einfach.
Häufige Fragen zum Webhosting
Kann ich den Hoster wechseln, ohne dass die Website ausfällt?
In der Regel ja. Die Website wird beim neuen Anbieter vorbereitet und erst umgestellt, wenn dort alles läuft. Legen Sie den Umzug trotzdem nicht in eine Woche mit viel Betrieb.
Muss mein Hoster in Deutschland sitzen?
Ein Standort in der EU vereinfacht den Datenschutz, Deutschland muss es nicht sein. Ein deutscher Anbieter hat aber oft Vertrag und Support auf Deutsch, und das hilft im Ernstfall.
Ist teures Hosting automatisch besser?
Nein. Es kommt darauf an, was im Paket steckt und ob Sie es brauchen. Für eine kleine Website reicht oft ein solides geteiltes Hosting mit guten Backups und erreichbarem Support.