Was ist Retargeting und lohnt es sich für kleine Betriebe?

Frau scrollt auf dem Smartphone durch Produktbilder, Symbolbild für Retargeting

Die kurze Antwort: Retargeting heißt, Menschen, die schon auf Ihrer Website waren, später erneut Werbung zu zeigen, etwa bei Google, YouTube oder Instagram. Für kleine Betriebe lohnt es sich vor allem, wenn Kunden länger überlegen und die Website genug Besucher hat. Bei Notdiensten oder sehr wenigen Besuchern bringt es meist wenig.

Sie schauen sich online eine Küche an, und in den nächsten Tagen begegnet Ihnen genau dieser Küchenhersteller überall: auf Nachrichtenseiten, bei YouTube, im Instagram-Feed. Das ist Retargeting. Große Händler setzen es ständig ein. Die Frage ist, ob es auch für einen Tischler, eine Physiotherapie oder ein Café sinnvoll ist.

Wie Retargeting funktioniert

Beim Besuch Ihrer Website merkt sich ein Cookie oder eine andere Kennung, dass dieser Browser da war, zum Beispiel auf der Seite zu Badsanierungen. Aus diesen Besuchern entsteht eine Liste. Die nutzen Sie später in Google Ads oder bei Meta, um genau diesen Menschen Anzeigen zu zeigen, auf Websites, in Apps, bei YouTube oder in sozialen Netzwerken. Google nennt das meist Remarketing.

Die Liste lässt sich fein aufteilen, etwa nur in Besucher der Preisseite oder nur in Besucher, die länger als eine Minute geblieben sind. Wie viele Menschen auf einer Liste stehen, zeigt Google Ads im Bereich für Zielgruppen an.

Dafür braucht es die Einwilligung der Besucher. Die nötigen Cookies dürfen erst nach Zustimmung gesetzt werden, und wer im Cookie-Hinweis ablehnt, landet nicht auf der Liste. Die Zielgruppe ist also kleiner, als die Besucherzahl vermuten lässt.

Wann es sich lohnt

Sinnvoll ist Retargeting, wenn Kunden länger überlegen. Wer eine Küche, neue Fenster, ein Brautkleid oder eine Sanierung plant, vergleicht über Wochen. Eine Anzeige zur richtigen Zeit erinnert an Sie, bevor die Entscheidung fällt.

Die zweite Voraussetzung ist Reichweite. Google liefert Anzeigen an eine Liste erst aus, wenn sie eine Mindestgröße erreicht hat. Kleine Websites mit wenigen Besuchern im Monat kommen oft gar nicht dorthin, oder die Anzeigen erreichen nur einen sehr kleinen Kreis.

Außerdem braucht die Anzeige einen Anlass. Eine Botschaft wie „Wir sind noch da“ bewegt kaum jemanden. Mehr Chancen hat eine Anzeige mit einem konkreten Angebot, etwa einem Beratungstermin vor Ort oder einer Aktion im Frühjahr.

Wann es sich nicht lohnt

Bei Notdiensten und spontanen Entscheidungen. Wer einen Schlüsseldienst braucht, ruft den ersten passenden an, eine Anzeige drei Tage später kommt zu spät. Ähnlich ist es beim Imbiss, beim Friseur ohne Termin oder bei Reparaturen, die sofort erledigt werden müssen.

Auch bei sehr kleinem Budget bringt Retargeting wenig. Es ergänzt andere Werbung. Solange keine Suchanzeigen, kein gepflegtes Unternehmensprofil und keine anderen Wege neue Besucher bringen, bleibt die Liste klein, und das Geld wirkt an anderer Stelle mehr.

So testen Sie Retargeting mit überschaubarem Risiko

Legen Sie ein festes Budget und einen festen Zeitraum fest, etwa sechs Wochen. Bestimmen Sie vorher, woran Sie den Erfolg messen, zum Beispiel an Anfragen über das Formular oder an gebuchten Terminen. Nach Ablauf vergleichen Sie mit den Wochen davor.

Kosten entstehen je nach Einstellung pro Klick oder pro tausend Einblendungen. Bei kleinen Listen sind die Einblendungen oft günstig, die Zahl der Menschen dahinter ist aber auch klein. Maßgeblich ist, was am Ende an Anfragen herauskommt. Der Preis je Klick allein sagt wenig.

Vor dem Start gehört außerdem die Datenschutzerklärung auf den Prüfstand. Sie muss die genutzten Dienste nennen, etwa Google Ads oder das Pixel von Meta, und der Cookie-Hinweis muss sie abfragen. Wir sind Webdesigner, keine Anwälte. Was genau in Ihre Datenschutzerklärung gehört, klären Sie im Zweifel mit einem Anwalt.

Worauf Sie beim Einsatz achten

  • Häufigkeit begrenzen. Wer dieselbe Anzeige ständig sieht, wird eher genervt als neugierig.
  • Kunden ausschließen. Wer schon angefragt oder gekauft hat, sollte die Anzeige nicht mehr sehen.
  • Zeitraum passend wählen. Bei einer Küche passen einige Wochen, bei einer Veranstaltung nur die Tage bis zum Termin.
  • Ergebnisse messen. Nur mit sauberem Tracking sehen Sie, ob aus den Anzeigen Anfragen werden.

Was Sie jetzt prüfen können

Schauen Sie in Ihre Statistik, wie viele Besucher Ihre Website im Monat hat und wie lange Ihre Kunden gewöhnlich überlegen. Sind es wenige Besucher und schnelle Entscheidungen, investieren Sie lieber in Suchanzeigen und Ihr Unternehmensprofil. Wie wir Suchanzeigen für kleine Betriebe aufsetzen, zeigt unsere Seite zu Google Ads. Ob Retargeting bei Ihnen passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Häufige Fragen zu Retargeting

Ist Retargeting dasselbe wie Remarketing?

Im Alltag ja. Google spricht meist von Remarketing, andere Anbieter von Retargeting. Gemeint ist in beiden Fällen die erneute Ansprache früherer Besucher.

Brauche ich dafür eine Einwilligung im Cookie-Hinweis?

Ja. Die Kennungen, mit denen Besucher wiedererkannt werden, dürfen erst nach Zustimmung gesetzt werden. Ihr Cookie-Hinweis muss das abfragen und verständlich beschreiben.

Geht Retargeting auch ohne Anzeigen?

Im weiteren Sinn ja, etwa über einen Newsletter. Wer sich anmeldet, hat zugestimmt, von Ihnen zu hören. Das kostet keine Klickpreise, braucht aber regelmäßige Inhalte.

Wie lange bleiben Besucher auf der Liste?

Das legen Sie selbst fest, passend dazu, wie lange Ihre Kunden überlegen. Üblich sind einige Wochen bis mehrere Monate. Google Ads erlaubt eine Laufzeit von bis zu 540 Tagen.

Bild von Redaktion Ingenius Agency

Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.