Zuerst das Wichtigste: Ein Alt-Text beschreibt in einem Satz, was auf einem Bild zu sehen ist, so, dass jemand ohne das Bild denselben Eindruck bekommt. Er wird von Vorleseprogrammen vorgelesen, von Google gelesen und angezeigt, wenn das Bild nicht lädt. Gut ist er, wenn er konkret ist, zum Inhalt der Seite passt und kein Schlagwortsalat ist.
Alt-Texte gehören zu den Dingen, die jeder schon einmal gehört hat und fast niemand pflegt. Wir sehen bei Website-Prüfungen regelmäßig Bildbeschreibungen wie „IMG_4711“ oder „bild1“, manchmal auch Schlagwortketten, die in den Text kopiert wurden. Beides ist schade, weil ein guter Alt-Text in einer Minute geschrieben ist und drei Dinge auf einmal erledigt.
Wozu der Alt-Text da ist
Der erste Zweck ist Zugänglichkeit. Menschen mit Sehbehinderung lassen sich Websites vorlesen. An einem Bild ohne Beschreibung liest das Programm den Dateinamen vor oder überspringt es. Wer eine Teamseite mit sechs Fotos hat, bei denen sechsmal „Bild“ gelesen wird, hat diese Besucher verloren. Seit den neuen Regeln zur Barrierefreiheit ist das für manche Betriebe auch keine reine Höflichkeitsfrage mehr.
Der zweite Zweck ist die Suche. Google versteht Bilder inzwischen recht gut, verlässt sich aber weiterhin auf den Alt-Text, um sie einzuordnen. Bilder mit sinnvoller Beschreibung tauchen in der Bildersuche auf und stützen das Thema der Seite. Das ist ein kleiner Baustein von vielen, wir erklären die Zusammenhänge auf unserer Seite zu Suchmaschinenoptimierung. Klein heißt aber nicht unwichtig, gerade weil es fast niemand macht.
Der dritte Zweck ist der Notfall. Lädt ein Bild nicht, weil die Verbindung schlecht ist oder die Datei fehlt, zeigt der Browser stattdessen den Alt-Text. Ein leerer Kasten mit „Elektriker aus Essen prüft Sicherungskasten“ ist besser als ein leerer Kasten.
Wie ein guter Alt-Text aussieht
Stellen Sie sich vor, Sie beschreiben das Bild jemandem am Telefon. Nicht jedes Detail, aber das, worauf es ankommt. „Zwei Monteure verlegen Fußbodenheizung in einem Rohbau“ sagt alles, was man wissen muss. „Fußbodenheizung Essen Heizung Sanitär Installateur günstig“ sagt gar nichts und wirkt auf Google wie ein Versuch, das System zu überlisten.
Die Beschreibung soll zur Seite passen. Dasselbe Foto vom Team kann auf der Karriereseite als „Das Team beim Frühstück in der Werkstatt“ beschrieben sein und auf der Startseite als „Fünf Mitarbeiter der Schreinerei vor der Werkstatt in Essen“. Beide Beschreibungen sind richtig, aber sie betonen, was auf der jeweiligen Seite zählt.
Kurz ist besser als lang. Ein Satz, selten zwei. Formulierungen wie „Bild von“ oder „Foto zeigt“ können weg, das Vorleseprogramm sagt ohnehin, dass es sich um ein Bild handelt. Und der Satz endet ohne Punkt oder mit Punkt, beides ist in Ordnung, Hauptsache einheitlich.
Welche Bilder gar keinen Alt-Text brauchen
Rein dekorative Bilder, etwa ein Hintergrundmuster oder eine Trennlinie, sollen einen leeren Alt-Text bekommen, also das Attribut ohne Inhalt. Dann überspringt das Vorleseprogramm das Bild, was genau richtig ist. Das Attribut ganz wegzulassen ist dagegen falsch, weil dann der Dateiname vorgelesen wird.
Auch Bilder, deren Inhalt direkt daneben im Text steht, brauchen keine Wiederholung. Wenn unter dem Foto die Bildunterschrift „Unser neuer Lieferwagen“ steht, muss der Alt-Text nicht dasselbe sagen. Ein kurzer Hinweis reicht oder er bleibt leer.
Logos, Icons und Buttons
Beim Logo im Kopfbereich ist der Alt-Text der Firmenname, mehr nicht. Wenn das Logo gleichzeitig der Link zur Startseite ist, hilft ein Zusatz wie „zur Startseite“. Icons neben Text, etwa ein Telefonhörer vor der Nummer, bekommen einen leeren Alt-Text, weil der Text daneben alles sagt. Ein Bild, das als Button dient, braucht als Beschreibung die Funktion: „Angebot anfordern“ statt „grüner Pfeil“.
Wo Sie den Alt-Text eintragen
In WordPress steht das Feld in der Mediathek bei jedem Bild, es heißt „Alternativtext“. Wer ein Bild in einen Beitrag einfügt, findet das Feld auch in den Bildeinstellungen rechts. In Elementor sitzt es beim Bild-Widget unter dem Bild selbst. Wichtig: Der Alt-Text in der Mediathek ist der Standard, im Beitrag oder Widget lässt er sich für die jeweilige Stelle anpassen.
Wer eine bestehende Website mit vielen Bildern hat, muss nicht alles an einem Tag nachholen. Fangen Sie bei den Seiten an, die am meisten besucht werden, meistens Startseite und Leistungsseiten. Der Rest folgt, wenn die Seite ohnehin angefasst wird.
Ein Wort zu automatischen Alt-Texten
Es gibt Plugins und Werkzeuge, die Alt-Texte automatisch erzeugen. Für große Shops mit tausenden Produktbildern ist das ein sinnvoller Anfang. Für einen Betrieb mit dreißig Bildern lohnt es sich nicht, weil die automatischen Beschreibungen oft danebenliegen und den Bezug zur Seite nicht kennen. Eine Stunde konzentrierte Arbeit ist hier das bessere Werkzeug.
Der Aufwand lohnt sich
Alt-Texte sind eine der wenigen Maßnahmen, die gleichzeitig Menschen helfen, der Suche nützen und in einer Stunde erledigt sind. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Website an dieser Stelle sauber ist, prüfen wir das gern im kostenlosen Erstgespräch mit und zeigen Ihnen, wo es hakt.
Häufige Fragen zu Alt-Texten
Wie lang darf ein Alt-Text sein?
Ein Satz, in Ausnahmen zwei. Vorleseprogramme lesen lange Beschreibungen komplett vor, das nervt. Ist ein Bild wirklich erklärungsbedürftig, gehört die Erklärung in den Text daneben.
Soll das Suchwort in jeden Alt-Text?
Nein. Es gehört hinein, wenn es das Bild beschreibt, sonst nicht. Ein Foto vom Firmenwagen wird nicht besser, wenn „Webdesign Essen“ darin steht.
Ist der Dateiname auch wichtig?
Ja, ein wenig. Ein sprechender Dateiname wie „fussbodenheizung-rohbau.jpg“ hilft Google mehr als „DSC0123.jpg“ und ist beim Hochladen schnell vergeben.