WordPress oder Baukasten: Was passt zu welchem Betrieb?

Bunte Kunststoff-Bausteine auf grauem Hintergrund – Symbolbild für WordPress oder Website-Baukasten

Ohne Umschweife: Ein Baukasten wie Wix, Jimdo oder Squarespace passt zu Betrieben, die eine einfache Seite schnell selbst bauen wollen und damit leben können, dass die Seite dem Anbieter gehört und nicht umziehen kann. WordPress passt zu Betrieben, die wachsen wollen, bei Google ernsthaft mitspielen wollen, besondere Funktionen brauchen oder die Kontrolle über ihre Daten behalten möchten. Der Preis dafür ist, dass sich jemand um Updates und Sicherheit kümmern muss. Beides ist legitim. Falsch wird es nur, wenn man das eine wählt und das andere erwartet.

Die Frage kommt fast in jedem Erstgespräch, oft mit dem Unterton „ist WordPress nicht viel zu kompliziert für uns“. Manchmal stimmt das. Wir bauen fast alle Websites mit WordPress, sind also nicht neutral, aber wir haben auch schon Kunden zum Baukasten geraten, weil er für sie schlicht das Passendere war. Hier ist die Abwägung, so ehrlich, wie wir sie im Webdesign-Gespräch führen.

Was ein Baukasten gut kann

Anfangen. Konto anlegen, Vorlage wählen, Texte eintippen, online. Ohne Hosting, ohne Installation, ohne Updates. Der Anbieter kümmert sich um Technik und Sicherheit, das ist im Preis drin. Für einen Betrieb, der eine Visitenkarte im Netz braucht, fünf Seiten, Kontakt, Öffnungszeiten, und der nicht vorhat, das großartig zu erweitern, ist das oft die richtige Wahl. Auch für Vereine, Einzelkünstler oder ein Nebengewerbe.

Wo der Baukasten an Grenzen stößt

Die Seite gehört nicht Ihnen. Sie mieten sie. Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, können Sie die Inhalte in der Regel nicht mitnehmen, sondern bauen neu. Wenn der Anbieter die Preise erhöht, Funktionen streicht oder den Dienst einstellt, sind Sie betroffen. Bei Suchmaschinenoptimierung sind die Möglichkeiten begrenzt: Manche technischen Einstellungen, die Google wichtig sind, lassen sich nicht anpassen. Besondere Funktionen, etwa eine Anbindung an Ihre Warenwirtschaft, ein Kundenbereich oder ein Buchungssystem mit eigenen Regeln, gibt es entweder nicht oder nur in der Form, die der Anbieter vorsieht. Und die laufenden Kosten summieren sich über die Jahre auf mehr, als viele denken.

Was WordPress gut kann

Alles, nur nicht von selbst. WordPress ist ein offenes System, das auf Ihrem eigenen Hosting läuft. Es gibt für fast jede Anforderung eine Lösung, von der Terminbuchung bis zur Mehrsprachigkeit. Für Google lässt sich jede Stellschraube drehen. Die Inhalte gehören Ihnen, die Seite lässt sich zu jedem Anbieter umziehen, und jede Agentur der Welt kann damit arbeiten. Wer wächst, muss nicht neu anfangen. Deshalb läuft ein großer Teil aller Websites weltweit darauf, vom Blog bis zur Unternehmensseite.

Wo WordPress Aufwand macht

Es braucht Pflege. Das System, das Theme und jedes Plugin bekommen laufend Updates, und wer sie nicht einspielt, hat irgendwann eine unsichere oder kaputte Seite. Es braucht Hosting, das man auswählen und bezahlen muss. Und der Einstieg ist steiler: Die ersten Schritte sind mit einem Seitenbaukasten wie Elementor inzwischen ähnlich einfach wie bei Wix, aber dahinter liegt ein System, das man verstehen sollte oder betreuen lassen muss. Wer das nicht will, für den ist der Baukasten ehrlicher.

Die Kostenfrage, ohne Zahlen

Beim Baukasten zahlen Sie wenig am Anfang und jeden Monat weiter, solange die Seite existiert. Bei WordPress zahlen Sie mehr am Anfang für den Aufbau, danach Hosting und, wenn Sie es abgeben, Wartung. Über drei bis fünf Jahre liegen beide oft näher beieinander, als der Einstiegspreis vermuten lässt. Der eigentliche Unterschied ist nicht der Preis, sondern was Sie am Ende haben: eine gemietete Seite oder eine eigene.

Drei Fragen zur Entscheidung

Erstens: Soll die Website Anfragen über Google bringen, oder ist sie eine Visitenkarte für Leute, die Sie schon kennen? Bei Google-Ambitionen spricht mehr für WordPress. Zweitens: Brauchen Sie in den nächsten drei Jahren etwas, das über Texte, Bilder und ein Formular hinausgeht? Dann WordPress. Drittens: Gibt es jemanden, der die Seite pflegt, oder wollen Sie sie pflegen lassen? Wenn beides nein ist, ist der Baukasten die ehrlichere Wahl, auch wenn es uns als WordPress-Agentur nicht in den Kram passt.

Der Wechsel

Von einem Baukasten zu WordPress zu wechseln ist möglich und passiert häufig, meist wenn der Betrieb gewachsen ist oder Google wichtiger wurde. Die Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Seite wird neu aufgebaut, die alte Adresse bleibt. Der umgekehrte Weg ist selten und meist ein Zeichen, dass beim WordPress-Aufbau die Betreuung gefehlt hat.

Was wir raten

Beantworten Sie die drei Fragen ehrlich, dann ist die Entscheidung meist klar. Und wenn sie nicht klar ist, ist das ein gutes Zeichen: Dann sind Sie im Grenzbereich, in dem es auf die Details ankommt. Genau die besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch, ohne Verkaufsdruck in eine Richtung.

Häufige Fragen zu WordPress und Baukästen

Ist WordPress unsicher?

Nicht mehr als andere Systeme, aber es ist verbreitet und deshalb ein häufiges Ziel. Wer Updates einspielt, sichere Passwörter nutzt und Backups hat, ist gut geschützt. Ungepflegt ist jedes System ein Risiko.

Kann ich mit WordPress selbst Inhalte pflegen?

Ja. Texte ändern, Bilder tauschen, Beiträge schreiben geht nach einer kurzen Einweisung ohne technische Kenntnisse. Nur die technische Pflege sollte jemand übernehmen, der sich auskennt.

Ranken Baukasten-Websites schlechter bei Google?

Nicht automatisch. Eine gepflegte Baukasten-Seite mit guten Inhalten kann gut ranken. Die Grenzen zeigen sich bei technischen Feinheiten und bei größeren Websites mit vielen Seiten und Funktionen.

Bild von Redaktion Ingenius Agency

Redaktion Ingenius Agency

Die Redaktion der Ingenius Agency schreibt über Webdesign, SEO und Online-Marketing für kleine und mittlere Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet.